Der Ton macht die Musik

Der Ton macht die Musik. Stimmt das wirklich? Ist es wirklich der Ton, der die Musik macht? Ist es nicht vielmehr der Klang, der uns emotional so tiefgehend beeinflusst?

Begleiten Sie mich bei meinen Fragen und Antworten zum Thema Hybrid-Piano. Der Klang als Maßstab der Bewertung bietet eine ausgezeichnete Orientierung innerhalb unseres Dialogs über das Hybrid-Piano. Betrachten wir zur Einstimmung die bisherige Entwicklung.

Zum Seitenanfang Entwicklungen sind die Decodierung von Sehnsüchten

Komponisten im Spannungsfeld aus Wunsch und Wirklichkeit

Johann Sebastian Bach sehnte sich um das Jahr 1700 nach einer Stimmung, in der man in allen Tonarten spielen und komponieren kann. Er fand die Wohltemperierte Stimmung und schrieb aus Begeisterung über die so gewonnnene Freiheit das Wohltemperierte Klavier.

Inzwischen träumten Komponisten und Interpreten nicht mehr von einer alle Tonarten umfassenden Stimmung sondern von der Gestaltbarkeit von Klängen. Zum Beispiel lebte Ludwig van Beethoven zu einer Zeit, in der sich Klang und Spielart des Pianofortes entwickelten. Die jeweiligen Fortschritte fanden unmittelbar Eingang in seine Kompositionen. So bekam Beethoven, der seit 1813 bereits auf Hörrohre angewiesen war, 1818 von Broadwood einen Flügel geschenkt. Das größere Klangvolumen sowie die bessere Spieltechnik beeinflussten seine letzten Werke ab op. 90, in denen es zu einer stärkeren Gegenüberstellung von extrem tiefen Bass- und hohen Diskantlagen kam. Mit anderen Worten: Trotz seiner beginnenden Schwerhörigkeit inspirierten den Komponisten die neuen klanglichen Optionen. Wie beeindruckend die Integration des Klangs in seine Musik tatsächlich ist, kann man erst erkennen, wenn man weiß, dass Beethoven ab 1818 darauf angewiesen war, mittels Konversationsheften schriftlich mit seiner Umgebung zu kommunizieren!

Um die Möglichkeiten der Klangwelt auszureizen, setzte man immer größere Orchester ein. Ideal wurde das Gestalten der Klänge vor allem dann, wenn der Komponist zusätzlich zu einem Orchester ein eigenes Opernhaus planen und bauen durfte, das hinsichtlich der auf den Zuhörer gerichteten Wirkung des Klangs optimiert war, wie das zum Beispiel bei Richard Wagners Festspielhaus in Bayreuth der Fall ist.

Zum Seitenanfang Was wissen Sie über Klangfarben?

Klangfarben am Piano gestalten

Als 1709 das Hammerklavier erfunden worden ist, hat man sich bei der Anzahl der angeschlagenen Saiten sowie der Gestaltung der Klavierhämmer am Vorbild des Hackbretts orientiert. Der uns heute bekannte wohltemperierte Pianoklang, den wir in seiner auf uns harmonisierenden Wirkung als Wohlklang verstehen, entstand erst 1826, indem man Filze über die Holzkerne der Klavierhämmer spannte. Damit verbunden war der Mehr-Wert für Klavierspieler, über die Intensität des Anschlags nicht nur die Lautstärke sondern auch die Klangfarben gestalten zu können.

Zum Seitenanfang Der Mensch erweitert seine Möglichkeiten

Neue Klänge kommen in die Welt

Mit der Elektronik entstand nicht nur eine neue Zeit sondern auch ein neuer Geist. Man begann Klänge elektronisch zu erzeugen und erfand dazu gleich die Werkzeuge, die alle möglichen und unmöglichen Klänge künstlich herstellen können: Den Synthesizer.

Aber das genügte offensichtlich nicht, denn nun begannen findige Musiker elektronische und akustische Klangquellen zu mischen, um neue, einzigartige Klänge zu erzeugen. Die Idee war großartig, aber das Ergebnis entlarvte die elektronischen Sounds als längst noch nicht konkurrenzfähig zu den analogen Klängen. Die elektronische Musik klang im direkten Vergleich flacher und reizloser als die akustisch erzeugten Töne.

Also musste man neue Methoden der elektronischen Klangerzeugung finden. Es entstand das Sampling. Akustische Klänge werden aufgezeichnet und digitalisiert. Diese Klang-Muster (= Sample) werden in kleinen Datenpaketen über eine entsprechende Software abrufbar. Aufgrund der erzielten Fortschritte der digitalen Klangerzeugung - genau genommen eigentlich der DatenVERARBEITUNG durch schnellere Rechnerleistung sowie größere Datenspeicher - hat Yamaha 2009 mit dem AvantGrand ein neues Instrument aus der Kategorie Hybrid-Piano präsentiert. Dessen Klang wird nicht mehr durch das Anschlagen von Saiten und einem natürlichen Klangkörper sondern mit digitalisierten Samples und einem speziell abgestimmen Sound-Equipment erzeugt.

Zum Seitenanfang Seit über 100 Jahren Stillstand im Klavierbau?

Das Piano - ein Instrument wartet auf Innovation

Falls Sie es nicht schon längst geahnt haben, so wird spätestens jetzt klar: Den besten Klang gibt es an der Quelle, nämlich an der ursprünglichen Klangquelle!

Der gute Klang aus dem natürlichen Klangkörper muss durch keine Kopie ersetzt werden. Vielmehr könnte man die Kopie nutzen, indem man das Instrument mit zusätzlichen Möglichkeiten der Klangsgestaltung beziehungsweise der Performance der Interpretation anreichert.

Pianisten beklagen seit langem die Beschränkungen ihrer Möglichkeiten zur optimalen Gestaltung der Interpretation. Aber bislang verhallten ihre Wünsche ungehört. Also ist die Zeit reif, um die neue Idee vom Hybrid-Piano anhand einer Wunschliste auf der folgenden Seite vorzustellen.

Zum Seitenanfang Weiter zur Wunschliste der Pianisten