Hybridklavier - eine Selbst-Zusammenbau-Anleitung

Wir kommen zum Ziel. Dafür übernehmen wir Verantwortung und ergreifen die Initiative. Wir sind der Markt. Und wenn das die Hersteller anders sehen, dann werden wir eben selbst zu Herstellern, indem wir unser eigenes Hybridklavier bauen! Was benötigen wir für ein vollwertiges zeitgemäßes Piano? Suchen wir gemeinsam nach Lösungen. Ein paar interessante Möglichkeiten habe ich für Sie schon gefunden!

Zum Seitenanfang Es geht um Werte. Aber um welche Werte konkret?

Hybridpianos mit digitaler Klangquelle und analogen Merkmalen

Wir haben auf den vorhergehenden Seiten erfahren, dass neue Entwicklungen ein weitaus intensiveres Ausdrucksspiel über die herkömmliche Klaviatur ermöglichen. Aber wir wissen auch, dass es eine unbekannte Zeit dauern kann, bis alles Marktreife erreicht hat und bezahlbar geworden ist. Also lassen Sie uns doch einmal genauer hinsehen. Wofür habe ich die Hersteller von Digitalpianos mit Anspruch auf die Hybrid-Kategorie gelobt? Richtig, die großen Namen wie Kawai, Casio, Yamaha, Roland integrieren die Mehr-Wert-Eigenschaften des akustischen Klaviers/Flügels in ihre digitalen Hybridmodelle. Was sind konkret die Mehr-Wert-Eigenschaften des akustischen Pianos?

Zum Seitenanfang Wie kann man unser herkömmliches Klavier charakterisieren? Akustikpiano

Die Mehr-Wert-Eigenschaften unseres Akustikpianos

Folgende Mehr-Wert-Eigenschaften unseres Akustikpianos sind es wert, in hybride Digitalpianos integriert zu werden:

  • das authentische Spielgefühl aufgrund von
    • Tasten als Hebel
    • Widerständen, entstehend durch das Bewegen von Gewichten der Mechanik im Schwerkraftfeld der Erde sowie sich innerhalb des mechanischen Ablaufs ergebend wie zum Beispiel
      • die so genannte Auslösung des Hammers, der nach der Auslösung nicht mehr geführt sondern gegen die Saiten geworfen wird, oder
      • dem Auftreffen des Hammers auf dem Widerstand der Saiten, was sich nur indirekt in der Repetitionsgeschwindigkeit bemerkbar macht, also vom Klavierspieler nicht unmittelbar gespürt wird;
  • die Qualität des akustischen Pianoklangs sich ergebend aus
    • der vergleichsweise großen Auftrefffläche der mit elastischem Filz überzogenen Klavierhämmer. Die Größe der Auftrefffläche auf den Saiten entscheidet über den Klang-Charakter. Beim Piano wird ein so genannter grundtöniger Klang erzeugt. Dieses Klangmuster hat aufgrund des Zusammenspiels der Ohrmuskeln als Filter und dem für Herzschlag und Atemrythmus zuständigen Vagusnerv auf uns sowohl eine körperliche als auch geistig-seelische Wirkung. Daher bewerten wir dieses Klangmuster auch als qualitativ hochwertig, da der dahinter stehende Effekt der Entspannung für uns immer überlebenswichtiger wird! Mit anderen Worten: Die Selbstharmonisierung am Piano ist eine Form der Selbsthilfe gegen einen über Hand nehmenden Stress, der für die Masse der nicht mehr kontrollierbaren Krankheiten verantwortlich ist;
    • der Größe des Klangkörpers und damit verbunden die Länge der Saiten, die vor allem für die Qualtität der Basssaiten entscheidend ist. Die Größe des Klangkörpers bedeutet vereinfacht dargestellt die Größe der Lautsprechermembran. Die Bandbreite der Frequenzen und somit die Tiefe = Qualität des akustischen Klangs hängt von der Größe des Resonanzbodens ab.
    • einem Gehäuse um den Klangkörper herum, das die Geräusche des Anschlagens der Klavierhämmer auf den Saiten fast vollständig verdeckt und vor allem dem Klavierklang (im Gegensatz zum Flügelklang) eine zusätzliche räumliche Dimension gibt.
Zum Seitenanfang Und nun? Wie geht es weiter?

Gleiche Strategie - andere Richtung

Das alles haben Sie bereits in Ihrem akustischen Piano! Die Hersteller von Digitalpianos erzeugten für ihre Instrumente einen Mehr-Wert, indem sie schrittweise immer mehr dieser für uns wichtigen Leistungsmerkmale in die Versionen mit digitalem Klang integrierten. Doch nun geht es umgekehrt darum, wie wir für unser Akustikpiano durch die jetzt möglich werdende Integration der zeitgemäßen Möglichkeiten einen erheblichen Mehr-Wert erreichen können. Denn unsere Absicht ist es, das Potenzial des Musizierens in Form der Ausdrucksmöglichkeiten unserer Gefühle über das Klavierspiel mit den zeitgemäßen Optionen deutlich zu erhöhen.

Zum Seitenanfang Marketing hat etwas mit dem Anspruch einer Marke zu tun Hybrid-Sounds

Der neue Mehr-Wert: Hybridklang

Für uns hat etwas einen Wert, wenn es uns emotional berührt. Musik geht uns unter die Haut. Man kann darüber diskutieren, welches Element innerhalb der Musik es ist, das unsere Sinne am Stärksten anspricht. Vielleicht ist es aber auch kein einzelnes Element, sondern die Kombination aus mehreren Elementen, die aufgrund von Emergenz eine ganz besondere Wirkung erzielen. Der Klang führte bislang in der Musik ein unbefriedigendes Dasein. Von den Vertretern der Klassik wurde den Modernen Sounds schlicht die kulturelle Anerkennung verweigert. So erklärt sich, warum manche Vertreter Digitaler Hybridpianos versuchen, die Stufen zu den Klassikbühnen der Welt als Ausdruck vollständiger Anerkennung zu erklimmen.

Ein Spruch sagt: Der Ton macht die Musik. Doch es lohnt sich, die Rolle des Klangs ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen. Innerhalb des Klangs ist der Hybridklang ein besonderes Thema, da er die beiden Klangwelten des akustischen und des digitalen Klangs vereint. Dadurch bekommt der Musiker mehr Möglichkeiten zum Ausdruck seiner Gefühle. Wenn wir unser gutes Akustikpiano nachträglich mit digitalen Sounds anreichern, dann werden wir bei der Auswahl des Systems darauf achten, dass es uns den uneingeschränkten Zugriff auf alle Möglichkeiten erlaubt. Damit betreten wir mit unserem Selbstbau-Hybridklavier eine Liga, die uns der Markt noch gar nicht bietet. Bleiben Sie gespannt, denn wir werden weitere Stufen im Mehr-Wert-Ranking erklimmen!

Hybridklänge sind nicht wirklich neu. Neu dürfte jedoch für viele Musikfreunde sein, dass sie sich bereits erfolgreich am Markt durchgesetzt haben. Die Gruppen und Musiker, die aktuell nachhaltig beeindrucken, haben die Hybridsounds etabliert. Junge Musiker mit einer traditionellen Ausbildung in akustischen Instrumenten haben ihr Wissen und Können harmonisch mit den zeitgemäßen Möglichkeiten verbunden. Sie werden vom Markt für ihren Mut belohnt, denn sie können sich vor Aufträgen offensichtlich kaum retten! Hybridklänge verleihen der Musik ein Alleinstellungsmerkmal. Schnelle Läufe, wunderbare Melodien gepaart mit einzigartigen Sounds hinterlassen eine sensationelle Wirkung.

Eine der aktuell beeindruckendsten Gruppen heißt Snarky Puppy. Die Musiker dieser Gruppe produzieren höchst anspruchsvolle Musik mit einem reizvollen Hybridklang aus akustischen Instrumenten, die schlicht über Mikrofon gespielt oder mit digitalen, den Klang verändernden Effekten, belegt werden, sowie mit den besten digitalen Instrumenten. Alles in dieser Gruppe ist höchst professionell: Das Können der einzelnen Musiker teils an mehreren Instrumenten, die Arrangements, die Komplexität, die punktgenaue Realisierung ohne Dirigenten oder Noten, die Flexibilität der Gruppe in der Zusammensetzung, die verwendeten Instrumente, die Aktualität der Konzeption der Events, der musikalische Dialog mit ihrem Publikum - bis hin zur Vermarktung! Dabei verschenkt die Gruppe genauso großzügig umfangreiche Auftritte wie sie ihre Auftritte perfekt vermarktet und Interessierten gleich in mehreren aktuellen Formaten ihre Musik zur Verfügung stellt. Sie sehen und hören die Gruppe Snarky Puppy im folgenden Video mit dem Song Lingus. Eine wichtige Rolle in dem Stück spielt der Ihnen mittlerweile wohl bekannte Pianist Cory Henry.

Zum Seitenanfang Anreichern - das bessere Wort als Nachrüsten

Mein Klavier mit MIDI ausstatten

Wenn wir Ton und Klang über das für akustische Klaviere bislang hinaus bekannte Maß gestalten wollen, dann brauchen wir zusätzlich zum akustischen den digitalen Klang. Um die digitalen Sounds steuern zu können, müssen wir unser Klavier befähigen, Daten im MIDI-Format an einen digitalen Klangerzeuger zu senden.

Es gibt verschiedene Systeme, um MIDI in das Akustikpiano zu integrieren. Bei meinen Recherchen hat sich ein System herauskristallisiert. Dabei vertraue ich vor allem den Erfahrungen von Leuten, die bereits seit längerem intensiv mit dem Thema der Midifizierung befasst sind. Sie bevorzugen von QRS Music Technologies zur Midifizierung das System PNOScan II. Es kostet 2017 inklusive Lieferung über 1750.- Dollar. Ob dieser Preis auch für das neue PNOScan III zutrifft, konnte ich noch nicht recherchieren. Hier ist auf jeden Fall bereits die Installations-Anleitung für das neue PNOScan III zum Selbsteinbau und hier das Handbuch für PNOScan III. Zum Seitenanfang Raumklang gestalten - eine neue Dimension unseres Denkens Raumklang

Lautsprecher und/oder Transducer?

Wenn wir unser Akustikpiano erfolgreich midifiziert haben, dann geht es um die Frage, wo der digitale Klang herkommen soll. Natürlich fallen uns zuerst Lautsprecher ein. Doch wir haben bereits von einer weiteren Möglichkeit gelesen, digitale Sounds zu übertragen. Sie erinnern sich bestimmt an das TransAcoustic-Piano und hier als technische Besonderheit die Übertragung von digitalen Informationen mittels eines auf dem Resonanzboden aufsitzenden Transducers. Transducer heißen übersetzt Umwandler oder auch Umsetzer. Sie scheinen zu Lautsprechern eine interessante Alternative zu sein. Man sagt, dass der Resonanzboden im Gegensatz zu Lautsprechern nicht punktuell sondern eher räumlich den Klang abstrahlen würde. Und da es uns ja darum geht, bei der Wahl der unterschiedlichen Klangquellen möglichst auf die gleich bleibende Klangqualität zu achten, sollten wir diesen Aspekt berücksichtigen. Möglicherweise liegt daher die optimale Lösung in der Integration beider Möglichkeiten, also sowohl die digitale Klangübertragung über Lautsprecher als auch über Digital-Analog-Wandler über den akustischen Klangkörper.

Die Klangübertragung per Lautsprecher ist einfach, da die Lautsprecher an den Computer angeschlossen werden, auf dem die Software läuft, mit der die digitalen Klänge erzeugt werden. Anders ist es bei der Frage, wie man einen Digital-Analog-Wandler auf dem Resonanzboden installiert. Hier braucht es noch die Erfahrung von Leuten, die sich mit den technischen Details auskennen und an den Selbsteinbau wagen.

Hat man die integrative Lösung gewählt, so bekommt hinsichtlich der räumlichen Klanggestaltung den größten Spielraum. Grundsätzlich bietet uns das midifizierte Akustikpiano nun folgende Klangwelten an:

  • Rein akustischen Klang.
  • Rein digitale Sounds.
  • Hybridsounds - also die Mischung aus akustischen und digitalen Klängen.

Lassen Sie uns zusammenfassen: Was haben wir bis jetzt erreicht? Wir haben unser Akustikpiano erweitert zum Masterkeyboard mit einer Wahl der Klangquelle sowie der Möglichkeit, die beiden Klangquellen zu mischen. Wir können jetzt im wahrsten Sinn des Wortes mit Klängen spielen. Doch unser emotionales Ausdrucksspiel hat sich damit noch nicht wesentlich verändert oder gar verbessert. Das erreichen wir erst im nächsten Schritt, wenn wir die Tasten mit Sensoren ausstatten.

Zum Seitenanfang Tasten mit Fühlern ausstatten. Eine wilde Phantasie? Sensorpiano

Wenn Tasten Fühler bekommen

Bestimmt wussten Sie es schon: Wir sind sinnliche Wesen. Daher genügt es uns nicht, dass wir oben bereits die neuen Hybridsounds in unserem Akustikpiano realisieren konnten. Wir wollen aus unserem Klavier mehr machen: Ein Hybridklavier. Dabei verstehen wir unter Hybrid nicht nur die eine Definition der zwei unterschiedlichen Klangquellen, sondern auch den inzwischen neuen Aspekt der vielfältigen Bedienoberfläche. Wir wenden die zweite Definition

Analog + Digital = Hybrid

einfach auf die Klaviatur an. Das heißt, wir erweitern den geraden erreichten Status eines Hybridklang-Klaviers nun in einen Controller, der es uns erlaubt, die neuen Klänge auch noch mit einer Vielzahl von Effekten zu verbinden. Ihnen ist es längst klar, dass unsere Gefühle äußerst komplex sind. Daher ist es für Sie logisch, dass die musikalischen Möglichkeiten genauso komplex sein müssen, um unsere Emotionen als einzigartig abbilden zu können.

Das multidimensional ausdrucksstarke Klavierspiel mit digitalen Effekten wird nach der Integration von MIDI durch sensible Tastenoberflächen und das MPE-Daten-Format ermöglicht. Seit 2016, also rechtzeitig für unser Projekt, gibt es die Möglichkeit, bereits vorhandene Tasteninstrumente mit Sensortasten in seinem musikalischen Gestaltungsraum zu erweitern.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen Andrew McPherson vorstellen. Er arbeitet an der Queen Mary University of London, die sich selbst als das Zentrum für digitale Musik versteht. Im Augmented Instruments Laboratory wurden für das Piano berührungssensitive Tasten entwickelt, die Sensor-Tasten. An die Entwicklung anschließend wagte man den nächsten Schritt und brachte die Neuigkeit über die Finanzierungsplattform Kickstarter auf den freien Markt. Das dazu passende Unternehmen Touchkeys Instruments Limited wurde gegründet. Darüber bietet Andrew McPherson die sensitiven Tastenoberflächen in unterschiedlichen Bausätzen zum Nachrüsten von MIDI-fähigen Klaviaturen oder bereits komplett umgebaute MIDI-Masterkeyboards an. Das heißt, über die sensorische Erweiterung der Tastenoberfläche mittels eines Bausatzes kann man die Bedienoberfläche seines Klaviers multidimensional ausdrucksfähig machen. Derartige Projekte hat Andrew McPherson bereits mehrfach gemeistert und informiert darüber völlig transparent.

Zum Seitenanfang Können wir das alles auch bezahlen?

Die Kosten unseres Hybridklaviers

Folgende Kosten sind bislang entstanden:

Das sind 2017 bei den aktuellen Wechselkursen rund 3.200 Euro + etwas Zeit für den Umbau.

Zum Seitenanfang Weiter gedacht Flügelmechanik

Zukunft denken, wie man sie haben will

Puh, so viele Neuigkeiten! Können oder wollen Sie sich noch eine Steigerung vorstellen? Also im Moment... Lassen Sie uns noch ein wenig phantasieren!

Gehen wir einen Schritt zurück zu dem Modell Studio von Alpha-Pianos und dort zu dem extra für den neuen Einsatzzweck angepassten Sensor, der an Zungen die Anschlagsintensität des Originalklavierhammers abnimmt, um diese wie im Akustikpiano an den Saiten in Klang und Lautstärke zu übersetzen, diesmal jedoch mittels Software. Der Sensor ist der Schlüssel, haben wir gelernt. Wie wäre es denn, wenn wir in unserem Hybridklavier nicht mehr die optische Abtastung unter den Tasten zur Midifizierung verwenden, sondern neue Hammerköpfe mit Sensoren unter der Filzschicht, die genau die gleiche Leistung erbringen, wie der Sensor an den Zungen im Modell Studio? Dann könnte unser Hybridklavier noch authentischer Klänge erzeugen, die digitalen Sounds könnten wie die akustischen Klänge gestaltet werden. Die Frage nach dem authentischen Spielgefühl bei einem digitalen Hybridpiano wäre damit ein für alle mal sauber gelöst!

Zum Seitenanfang Gemeinsam lösen sich Probleme leichter Tutorials

Anleitungen und Erfahrungsberichte

Zum Schluss eine Bitte: Dokumentieren Sie Ihren Weg, wenn Sie sich daran wagen, Ihr Akustikpiano zum Hybridklavier zu erweitern. Notieren Sie auftretende Probleme und vermerken Sie, zu welchen Lösungen Sie gekommen sind. Machen Sie Bilder oder erstellen Sie Videoaufnahmen. Gerne veröffentliche ich Ihren Bericht auf dieser Homepage. Voneinander und miteinander lernen, ist das Ziel. Aufgrund vielfältiger Anleitungen und Vorerfahrungen anderer werden sich mehr Menschen zutrauen, das Projekt Hybridklavier durchzuführen. Garantiert werden wir unterwegs auf neue, noch bessere Ideen kommen. Und wir werden neue Wege finden, diese zu realisieren. Werden Sie aktiver Teil eines spannenden Prozesses!

Im folgenden finden Sie eine Liste bereits existierender Anleitungen. Sollte ich Tutorials übersehen haben, so senden Sie mir bitte den Link zu.

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